REVERSE DIETING

Oder auch: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung!

Hallo ihr Lieben,

wie versprochen möchte ich euch nun endlich über meiner Erfahrung und Herangehensweise bezüglich des Reverse Dietings berichten.

Fangen wir mal ganz von vorn an: Bei meinem aller ersten Formcheck mit meinem Vorbereiter im Sommer 2014 (als noch lange nicht fest stand, dass ich im April die Bühne zum ersten Mal betreten würde) sagte mir dieser, dass ich zu wenig aß. Zu dem Zeitpunkt kam ich gerade aus meiner LowCarb Diät, aß um die 1400-1500 Kalorien und alles natürlich super LowCarb. Als mein Coach meinte, ich müsse mindestens hoch auf 2000 Kalorien, brach für mich erstmal natürlich eine Welt zusammen.
„Da werde ich doch sicher wieder fett!“, waren ständig meine Gedanken. Um das Ganze jedoch nicht ganz unbeholfen anzugehen, las ich viel im Internet und verbrachte regelrecht Tage und Nächte damit, irgendwelche Foren zu durchforsten, um mich über das Reverse Dieting schlau zu machen.. Schließlich musste ich meinen Körper ja irgendwie an die für mich damals großen Mengen an Kalorien gewöhnen.

Daraufhin fing ich an, meine Kalorienzufuhr Woche für Woche in kleinen Schritten zu vergrößern. Die Schritte variierten von 80-150 Kalorien. Vorerst klingt das nach nichts, aber man wird schnell merken, wie viel mehr Freiheit man bezüglich der Ernährung hat. Mein ganzes Leben drehte sich bis zu diesem Tag um Training und Essen. An manchen Tagen dachte ich an nichts anderes mehr außer an Essen. Ich hatte Hunger und fühlte mich ab und an kraftlos, aber mir wurde erst im Nachhinein bewusst, dass das an der geringen Kalorienmenge gelegen haben musste. Learning by doing.. Oder anders: Nur als Fehlern lernt man!
Während ich also wöchentlich mehr aß, gewann ich schnell an Energie dazu. Davon profitierte in erster Linie natürlich mein Training: Ich konnte schnell bessere Erfolge erzielen.
Weiterhin konnte ich die neu gewonnene Energie auch in Freunde und Familie stecken. Ich war wesentlich besser drauf und freute mich, wieder mehr Zeit mit allen verbringen zu können – von Woche zu Woche wurde das tatsächlich besser. Ich war wahrhaftig erstaunt. Aber wisst ihr, was mich noch mehr verwunderte?! Während ich 1500kcal aß, stagnierte mein Gewicht über Wochen; ich nahm weder zu noch ab. Kaum erhöhte ich meine Kalorienzufuhr, nahm ich wieder weiter ab. Demnach ging ich immer weiter mit den Kalorien hoch, bis ich weder zu- noch abnahm (dies war bei ca. 2500 Kalorien der Fall), da es nichtmal mehr mein Ziel war, weiter abzunehmen.

Alles in allem war diese Reverse Diet, also das Steigern meiner Kalorienzufuhr von wöchentlich 80-150kcal (hauptsächlich in Form von Kohlenhydraten), eine Win-Win-Situation für mich: Ich nahm weiter ab und hatte mehr Energie in allen Lebensbereichen. Besser ging es doch gar nicht!

Ich persönlich habe für mich dadurch herausgefunden, dass man nie zu lange im Defizit „leben“ sollte. Der Körper braucht Nahrung und eine Reverse Diet ist oftmals angebrachter als das Weiterausbauen eines Defizits, denke ich. Viel zu viele Mädels berichten mir in verzweifelten Mails, dass sie trotz 1000 Kalorien (oder teilweise sogar weniger) keinen weiteren Gewichtsverlust verzeichnen können. Wie auch?! Der Körper gewöhnt sich schnell an Veränderungen. Sobald er sich an die geringe Kalorienzufuhr gewöhnt hat, verlangsamt sich auch der Stoffwechsel entsprechend bzw. passt sich an die Kalorienmenge an. Ihr müsstet das Defizit also weiter ausbauen, um weiter abzunehmen.. Da das Ganze meiner Meinung nach jedoch früher oder später tödlich enden würde und auf jeden Fall alles andere als gesund wäre, würde ich ab und an dazu raten, den Stoffwechsel erneut durch eine Reverse Diet „anzukurbeln“. Mir hat es auf jeden Fall sehr helfen können.. Nicht nur aus den zuvor erwähnten Gründen; vielmehr hat sich auch meine Beziehung zum Essen verändert: Ich wurde wesentlich lockerer im Umgang mit der Ernährung und habe keine Angst mehr vor großen Mengen (an Kohlenhydraten).

Sehr ähnlich bin ich in den vergangenen Wochen auch mit meiner Ernährungsweise nach den Wettkämpfen umgegangen. Die Schritte, in denen ich mit den Kalorien hochgegangen bin, waren lediglich ein wenig größer.

Ich wünsche euch alles Liebe! Falls ihr noch Fragen in Bezug auf dieses Thema haben solltet, lasst mir gern einen Kommentar da – ich helfe euch gern, soweit ich das kann!
EURE PAULA 🙂

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10 Gedanken zu “REVERSE DIETING

  1. Joana Banana schreibt:

    Liebe Paula,
    zuallererst einmal: Starke Leistung, die du da in den letzten 1,5 Jahren vollbracht hast!!! Ich folge dir noch nicht sehr lange, aber du bist jetzt schon ein sehr großes Vorbild. Mein Traum ist es auch, auf die Bühne zu kommen 🙂 ähnlich wie du habe ich abgenommen, was jedoch schon 1,5 Jahre her ist. Im Fitnessstudio habe ich auch schon immer sehr gerne trainiert, seit 1,5 ml alten hänge ich mich jetzt aber richtig rein, trainiere im 3er-Split und habe einen strikten Ernährungsplan. Ich sehe stetig Fortschritte und bin motivierter denn je. Unfassbar wäre es natürlich, wenn ich es nächstes Jahr auf die Bühne schaffe 🙂 nun meine Fragen:
    Wie bist du an alles „rangekommen“? Brauche ich eine Lizenz, um dort mitzumachen? Wen sollte ich ansprechen, der sich mit mir um die Vorbereitung kümmert? Wie hat das bei dir alles ausgesehen? Natürlich habe ich mich schon etwas schlau gemacht, mich interessiert aber, wie du das alles gemacht hast. 🙂
    Ich freue mich auf deine Antworten!
    Herzliche Grüße aus Hamburg,
    Johanna

  2. sTRaNGeMisS_87 schreibt:

    Hey Paula! Danke für die Erläuterung zum Thema Reverse Dieting.
    Was war denn dein damals errechneter Grundumsatz bzw Gesamtumsatz? Hast du dich dann also HighCarbLowFat ernährt? Oder wie war da deine Macro-Verteilung?

    Ich habe nämlich auch das Problem das es bei mir stagniert, obwohl ich seit Längerem auch 2-3 Cardioeinheiten (30min oder mal 10-13min HITT) eingebaut hab, zu den 5-6 Krafteinheiten in der Woche.
    Ich war eigtl meist bei 1380kcal(eine Art Mittelwert aus mehreren Bedarfsrechnern), da es weiter stagnierte – bin ich bis auf 1270kcal runter…. Aber irgendwie hab ich wirklich schiss, somit zu wenig zu essen und wirklich auf der Waage passiert auch NICH…Ich weiß irgendwie NICH weiter…. Ich mache aber einmal die Woche einen Cheatday um mir meinen Stoffwechsel nicht ganz zu versauen.. Man hat halt den Gedanken – 7000kcal sind 1kg Fett.. Somit fällt es einem richtig schwer sich einfach an eine ReverseDiet ranzutrauen. Denn man möchte ja ab- statt zunehmen ><
    Vllt hast du nen Rat…
    Liebe Grüße Jess

  3. Susanna schreibt:

    Hallo Paula 🙂
    ich wollt dir wirklich auch noch einmal sagen wie sehr du mich beeindruckst, ich liebe deine posts auf instagram und auf deinem Blog 😉

    du bist wirklich eine ganz sympathische Persönlichkeit, und gibts nicht nur in sachen Sport motivation sondern auch toll finde ich, wie sehr du das leben liebst 🙂

    mach weiter so meine liebe :-*
    xoxo

  4. Janina schreibt:

    Sehr toll geschrieben liebste Pauli 🙂 Wie hast du denn deine Makros verteilt & bist du Woche für Woche also 80-150 kcal hoch gegangen? In was für einem Zeitraum ca? 🙂

  5. Lotti schreibt:

    Darf ich fragen wie viele Kalorien du jetzt zu dir nimmst und wie viel cardio du machst? Tut mir leid,falls du das schon erwähnt hast und ich es überlesen habe 😁 🙂

  6. Anne schreibt:

    Hallo Paula 🙂
    Toller Text…hab auch lange Zeit strikt LC gegessen und ab und an Cheats eingebaut…trotz Training hat sich kaum was getan…
    Vor einem Wettkampf isst du da wieder LC?
    Und wenn er dann vorbei ist, wie jetzt dann isst du mehr KHs richtig? Wie ist denn deine Makroverteilung in den verschiedenen Phasen?
    Isst du abends KHs?
    Würde mich über Antwort freuen.
    Liebe Grüße

  7. Anna schreibt:

    Wie funktioniert Reverse dieting jetzt genau?
    Langsam kcal erhöhen und Sport treiben?
    Ich möchte mit meiner Diät aufhören in wieder auf die normale kcal Menge kommen ohne zuzunehmen.. 🙂

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