LIFE UPDATE

Hallo ihr Lieben!

Ich sitze gerade im Flugzeug auf dem Weg zurück nach Deutschland aus Lissabon. Ich habe die vergangenen Tage dort mit meinem Sponsor verbringen dürfen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass die letzten Wochen einfach waren. Das waren sie nicht. Insbesondere die vergangen drei Wochen waren sehr sehr kräftezehrend und ermüdend.

Ich möchte deshalb einen kleinen Einblick in diese drei Wochen meines Lebens geben und euch Teil des Emotionswirrwarrs werden lassen.

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THROWBACK TO APRIL 30th 2016: Aufgrund von privaten Problemen und Stress war die Hessenmeisterschaft dieses Jahr für mich kein besonders schönes Ereignis. Und trotzdem bin ich verdammt dankbar. Dankbar, dass ich auf der Bühnen stehen durfte, dass ich von ProSieben an diesem Tag begleitet wurde, dass zwei Freundinnen von mir extra vorbeigeschaut haben, dass ich mit meinen Freunden – meiner zweiten Familie, der Bodybuildingfamilie, wieder vereint war und dafür, dass ich wieder einmal ein paar von euch treffen konnte. Das Leben ist nicht immer perfekt, es sind die Menschen und kleinen Dinge, die es perfekt machen.

Ich war ziemlich traurig, müde und kaputt als ich am Morgen auf der Meisterschaft eintraf. Ich rechnete nicht damit, dass der Tag schön werden würde, aber ich wollte ihm eine Chance geben. Wollte mich von meiner schlechten Stimmung ablenken und obwohl ich dachte, dass das nicht möglich sein würde, gab ich dem Tag eine Chance. Irgendwie. Vielleicht lag es auch daran, dass ich gar keine Kraft mehr hatte, um weiterhin schlecht drauf zu sein. So nahm der Tag also seinen Lauf und ich war so wahnsinnig überrascht. Menschen, von denen ich dachte, sie würden mich nicht leiden können, haben sich rührend um mich „gekümmert“; waren für mich da, als ich jemanden gebraucht habe und haben mir zugehört, während ich von Sorgen, Ängsten und Problemen sprach – unabhängig vom Sport. Und das, obwohl sich an diesem Tag eigentlich alles um den Sport drehen sollte.

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Ich habe Tränen in den Augen während ich das hier schreibe. Ich bin überwältigt von meinen Gedanken. Man kann sich manchmal wahnsinnig in Menschen täuschen. Manchmal hat man Vorurteile oder steckt Andere in Schubladen. Vermutlich tun das auch einige mit mir.

Aber genau das sollte man nie tun. Menschen sind meistens anders, als man denkt. Ganz anders und man wird sie erst richtig kennenlernen, wenn man ihnen eine Chance gibt. So wie ich dem Tag der Hessenmeisterschaft eine Chance gab.

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Und meistens kommt alles immer ganz anders, als man denkt. Der Tag zum Beispiel wurde unvergesslich – nicht unbedingt deshalb, weil er besonders schön war, nein. Viel mehr werde ich mich immer an den Moment zurückerinnern, in dem mir bewusst wurde, dass man sich oftmals in Menschen täuscht und dass kein Mensch der Welt in Schubladen gehört. An den Moment, in dem ich realisierte, dass man seine Laune durch seine Gedanken steuern und ändern kann und dass Freude und Glück alles eine Frage der Einstellung sind.

Vielleicht war ich an jenem Tag einfach zu emotional und nahm alles viel intensiver wahr als sonst und vielleicht habe ich auch nur deshalb solche Erfahrungen machen können, dennoch bin ich so unglaublich dankbar. Für diesen Tag, die Menschen um mich herum und dafür, dass sich seitdem meine Einstellung gegenüber vielen Dingen schlagartig änderte.

Nach der Hessenmeisterschaft ging es für mich schon in die finalen Vorbereitungen für die Europameisterschaft in Santa Susanna. Der Flieger war schon für Mitte der Woche angesetzt und alles in allem waren die Tage davor sehr stressig. Durch die lange Diät ging nach und nach meine Konzentrationsfähigkeit flöten und viel Arbeit blieb liegen. Zwanghaft versuchte ich zumindest einen Teil aufzuarbeiten. Das nahm ich mir auch für die Zeit in Spanien vor, was allerdings relativ erfolglos war. Stattdessen genoss ich die Zeit vor Ort so gut es ging. Ein Fazit über meine Zeit dort findet ihr auf Youtube. Darüber folgt aber auf jeden Fall nochmal ein gesonderter Post. Alles in allem war die Zeit in Spanien eine der emotionalsten meines Lebens. Ich war unglaublich glücklich und die Erinnerungen an die paar Tage dort zaubert mir stets ein Lächeln ins Gesicht.
Zurück aus Spanien bedeutete gleichzeitig zurück an den Schreibtisch, um die virtuellen Papierstapel aufzuarbeiten. Der Stoff in der Uni und die zahlreichen Mails werden ja auch nicht weniger, ganz im Gegenteil. Ich habe jede freie Minute gearbeitet, trainiert und versucht, private Probleme zu lösen. Am Donnerstag ging es dann schließlich schon wieder zum Flughafen in das wunderschöne Lissabon. Jetzt ist Sonntag, ich sitze im Flieger zurück nach Hause und blicke auf eine turbulente Zeit zurück, während wir gerade tatsächlich richtige Turbulenzen haben.

In Lissabon versammelten sich die „Global Business Partners“ von Weider und ich durfte Teil des Ganzen sein. Ich sollte einen Vortrag über meine Erfahrungen mit den sozialen Netzwerken und meine sportliche „Karriere“ halten. OH MAN – ich war so nervös! Ich hatte schließlich noch nie zuvor vor so vielen Menschen einen Vortrag gehalten.. und dann auch noch über ein Thema, was von der älteren Generation, vor der ich diesen halten sollte, ja oftmals belächelt wird und mein Baby ist. Kurz gesagt: Ich sollte über etwas berichten, was meine Leidenschaft widerspiegelt. Trotz dessen, dass sicherlich viele Vorurteile mir gegenüber hatten, habe ich ausschließlich wahnsinnig positives Feedback erhalten. Alle waren beeindruckt und auch ein wenig stolz auf mich. Und ich war es auch.
Fünf Jahre zurück hätte ich NIE gedacht, dass ich jemals (und dann auch noch so jung) einen Vortrag in einer anderen Sprache vor so vielen, wesentlich älteren Menschen halten würde. Ich bin glücklich über die Chance und froh, dass ich an dieser Aufgabe gewachsen bin. Es gibt immer ein erstes Mal für alle Dinge im Leben und nur, wenn man sich seinen Aufgaben stellt, wird man stärker, reifer und lernt, mit solchen Situationen besser umzugehen.

Außerdem habe ich ja quasi erst kurze Zeit vor Lissabon erneut realisiert, dass alles eine Frage der Einstellung ist. Wenn man positiv an etwas ran, dann wird es gut. Geht man negativ an etwas ran, fokussiert man sich auf die schlechten Dinge und ist automatisch ängstlicher und weniger selbstbewusst. Man darf sich niemals auf diejenigen Dinge konzentrieren, die schief gehen könnten. Selbst wenn man mal Fehler macht, ist das nur ein Zeichen von Menschlichkeit und macht sympathischer – nahbarer. Jeder hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen und egal, wie perfekt manche Menschen zu sein scheinen, niemand ist perfekt. Sobald ihr euch dessen bewusst werdet, realisiert ihr, dass jede auf dieser großen Welt für mögliche Fehler Verständnis haben sollte.. Dieser Gedanke nahm mir wenige Minuten vor meiner Präsentation einen sehr großen Teil der Aufregung und letztendlich hatte ich unglaublich viel Spaß „on stage“ sozusagen! 🙂

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Alles in allem kann ich sagen, dass die letzten Wochen vermutlich zu den turbulentesten und anstrengendsten meines Lebens gehören, aber ich bin wirklich dankbar für diese Zeit. Der Mensch wächst an seinen Aufgaben und außerdem hab ich innerhalb von 14 Tagen vier Flüge hinter mich gebracht und drei große Städte gesehen.. und das – und die ganzen Menschen, die ich kennenlernen durfte – war es den ganzen Stress definitiv wert. DANKEEE 🙂

Genießt den restlichen Feiertag! Ich drück euch ganz fest!
Eure PAULA xx

2 Gedanken zu “LIFE UPDATE

  1. Synni schreibt:

    Hej Paula, ich finde es wirklich super dass du so ehrlich über deine Erfahrungen und Gefühle berichtest! Und wie recht du damit hast, dass jeder Mensch seine eigenen Probleme hat mit denen er zu kämpfen hat, auch wenn es oft nicht so aussieht. Daher finde ich es gut, dass du auch die Schwierigkeiten die so viele Erfolge wie du sie hast mit erwähnst. 🙂

    Ich wollte Fragen ob du vielleicht in der Zukunft etwas zum Reverse Dieting berichten kannst oder auch gerne Literatur dazu empfehlen kannst? Ich habe mir zum Ziel gesetzt, nach einer sehr langen Zeit des Kalorienzählend, Angst vor der Waage und teils Untergewicht, mein Essen zu erhöhen (da ich auch Größe-Alter-Trainingsentsprechend mehr essen könnte..sollte..) möchte aber natürlich nicht unbedingt zunehmen – an fett. Wie macht man das am besten, was gibt es zu beachten, in was für Schritten sollte man vorgehen?

    Liebe Grüße!!

    • paulakraemer schreibt:

      Hey 🙂 danke erstmal für deine lieben Worte! Ich habe mich sehr darüber gefreut 🙂 über Reverse dieting habe ich letztes Jahr bereits einen post geschrieben.. Gib das einfach mal in der Suchleiste ein 🙂 ansonsten folgt bald ein Video dazu! Liebe Grüße

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